Rowohlt, 304 Seiten, April 2024, Übersetzung: Anke Caroline Burger
Manche Bücher tun weh beim Lesen – so auch „Das glückliche Paar“. Man sieht all die in Signalfarben leuchtenden Red Flags wehen und kann trotzdem so vieles nachvollziehen und vor allem: nicht aufhören zu lesen. Denn seien wir mal ehrlich, wer von uns hat noch nicht über die ein oder andere Lüge in einer Beziehung hinweggesehen? Wer von uns war nicht auch schon mal an dem Punkt, dass man wusste, wenn man jetzt ganz ehrlich fragen würde, ob das überhaupt noch Sinn macht, dann würde man mit der Antwort nicht zurechtkommen. „Das glückliche Paar“ ist kein glückliches Paar, aber will es sein. Muss es sein, weil Erwartungshaltung.
Ein unangenehmes Buch und genau deshalb hat es mich so gepackt. Für alle Sally Rooney, Coco Mellors, Cecilia Rabess Leser:innen.
Klappentext:
Eine Gruppe von Freunden in ihren späten Zwanzigern, die einiges verbindet: Alle sind queer, alle sind mehr oder weniger irisch und leben zwischen Dublin und London. Celine und Luke verloben sich, ein Jahr später soll die Hochzeit stattfinden, dann werden die beiden glücklich bis ans Ende ihrer Tage zusammenleben. Doch Celine, begabte Pianistin, bedeutet das Klavierspiel mehr als alles andere, und Luke betrügt sie von Anfang an. Phoebe, die Trauzeugin, trinkt lieber Bier, statt sich endlich einen Job zu suchen. Archie, Lukes Trauzeuge und Ex-Freund, sollte eigentlich die Karriereleiter emporklettern, doch seine Gefühle für Luke stehen ihm im Weg. Und Vivian, Lukes Ex-Freundin, beobachtet die anderen wie in einem Reagenzglas.
Die banale Frage: Werden Celine und Luke heiraten?, nutzt Naoise Dolan aufs Raffinierteste für ein Sittengemälde ihrer Generation und beobachtet so einfühlsam wie ironisch fünf junge Menschen auf der Suche nach ihrem Platz in der Welt.

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