Eichborn, 383 Seiten, Februar 2024
R.F. Kuangs „Yellowface“ war von der ersten Seite an unmöglich aus der Hand zu legen – da ist diese Protagonistin, die man mögen möchte, aber aus moralischen Gründen nicht kann, der Diebstahl des Manuskripts, die Thematik der kulturellen Aneignung, des Rassismus, die Kritik am Verlagswesen und der Branche, sowie an den Sozialen Medien – und das ganze umhüllt von einer nicht aushaltbaren Spannung, die einem auf jeder Seite voller Wucht entgegenschlägt, weil man befürchtet, dass mit dem nächsten Mal umblättern alles rauskommt, man Angst vor einem Shitstorm hat, man wird paranoid, wird unruhig, hetzt durch die Seiten, wünscht sich endlich ein Ende dieser Lüge, aber nicht des Buches. Eine Wucht, hart, aber eine Wucht!
Klappentext:
June Hayward und Athena Liu könnten beide aufstrebende Stars der Literaturszene sein. Doch während die chinesisch-amerikanische Autorin Athena für ihre Romane gefeiert wird, fristet June ein Dasein im Abseits. Niemand interessiert sich für Geschichten „ganz normaler“ weißer Mädchen, so sieht es June zumindest.
Als June Zeugin wird, wie Athena bei einem Unfall stirbt, stiehlt sie im Affekt Athenas neuestes, gerade vollendetes Manuskript, einen Roman über die Heldentaten chinesischer Arbeiter während des Ersten Weltkriegs.
June überarbeitet das Werk und veröffentlicht es unter ihrem neuen Künstlernamen Juniper Song. Denn verdient es dieses Stück Geschichte nicht, erzählt zu werden, und zwar egal von wem? Aber nun muss June ihr Geheimnis hüten. Und herausfinden, wie weit sie dafür gehen will

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